Von Hinz zu Kunz & Warten in Veracruz

Gemeinsam mit Jan und Anneke, die mit uns ihren Toyota Landcruiser verschiffen wollen, verbringen wir in Veracruz vier Tage mit Gehen, Fragen, Reden, Diskutieren und vor allem mit Warten:

1. Wir gehen zum Büro der Shipping Company, Fragen und Termine werden geklärt… soweit möglich zumindest. Und wir erfahren, wie wir die Kaution vom TIP (Temporary Import Permit) wiederbekommen und bei welcher Bank wir die Verschiffung zahlen sollen. Soweit so gut!

2. Bei der Bancasito versuchen wir (wie und erklärt wurde) unser TIP wieder zu bekommen, aber die brauchen erst den Beweis des Zolls, dass das Auto im Container ist, beziehungsweise verschifft wird. Während der Verschifferer sagt, er braucht erst die Bestätigung vom Bancasito, dass dort der Sticker vom Auto entfernt wurde. Laufen ohne Erfolg zurück…

3. Email hin und her wegen Ablauf und Termin am Hafen.

4. Versuch die Verschiffung zu bezahlen, auch wie es uns erklärt wurde. Laufen zur ersten Bank, Nummer ziehen, der ganze Raum ist voller Menschen, eine Stunde warten – nicht erfolgreich, da Kreditkarte nicht ging und Bar in Dollar oder Pesos geht prinzipiell nicht.

5. Laufen zum zentralen Busbahnhof, warten, vier Bustickets von Veracruz nach Mexiko City kaufen – juhuu erfolgreich! Haben zwar zwei verschiedene Preise bezahlt, warum auch immer, aber ok! Hoffentlich können wir bis zur Abfahrt das Auto abgeben, damit die Tickets nicht verfallen.

6. Müssen entscheiden, was wir nach Mexiko City, auf den Flug nach Cartagena und für die ersten Tage dort mitnehmen. Im besten Falle nur Handgepäck, also reduzieren was geht. Martina sieht keine Chance ohne ihren geliebten Reiseführer in die große Stadt zu fahren, also wird für Gewichts- und Platzreduzierung nur der Mexico City Teil rausgeschnitten und mitgenommen.

7. Auto ready machen, große Box runter, Öl nachfüllen, Kanister leeren, Box innen verzurren, Höhe nochmal messen, „Gefahrgut“ wie Obst raus aus dem Auto, Kühlschrank leeren und ausschalten,…

Dank eines High Cube Containers können wir dieses Mal die kleine Kiste und Scheinwerfer oben lassen.

8. Autos fahren zum Hafen… sind gute 3 Stunden weg, waren nicht erfolgreich, sie müssen am nächsten Tag wieder kommen.

9. Bancasito again… diesmal mit den Autos und einem Typ, der die Zollformalitäten begleitet. Nach 5 Stunden warten wird Sticker entfernt und sie bekommen den Zettel fürs TIP.

10. Nun braucht der Herr aber eine Kopie dieses Zettels! Martin meint er solle ein Foto davon machen…. nö, er fährt weg…. 30 Minuten später kommt er wieder, mit einer Kopie. Prozedere TIP damit abgeschlossen – yeah!

Stolz kann uns Martin nachmittags das Ergebnis des Tages präsentieren. Geld wird wohl automatisch überwiesen… ein Wunder, dass man nicht mit dem Zettel zu einer Bank muss!

11. Wir suchen die besagte Bank, die angeblich wirklich unser Geld für die Containerverschiffung annimmt. Aber keine Bank gefunden, wo Google selbige anzeigt. Wir fragen und laufen einem Hinweis nach.

12. Bank gefunden. Der Schalter und der ganze Raum ist mit Rigips gebaut, aber nur die Verbindungen und Verschraubungen sind schon mit dem ersten Anstrich versehen, der Rest ist nicht gestrichen; Kabel hängen noch raus, die Decke ist auch nicht fertig. „Das sieht aus wie in den Gangsterfilmen, in denen Büros einfach aufgebaut und aufgelöst werden und zum Schluß nur ein Stuhl und ein Telefon übrig ist!“ Zahlung war nicht erfolgreich, können Geld für Verschiffung so nicht zahlen.

13. Treffen im Cafe um die Ecke des Hotels, email hin und her, versuchen Termine zu klären. Und klären mit unseren Banken daheim mögliche Wege der Zahlung. Es wäre gar nicht so kompliziert, aber so, wie es uns beschrieben wurde, funktioniert es gar nicht.

14. Im Hinterhof wieder Auto neu packen, Box wieder raus, alles Essen raus, Box wieder rein, wieder verzurren. Da der Zoll und die in Kolumbien wohl sehr, sehr streng sind, müssen wir echt alles rausnehmen, was irgendwie nach Essen aussieht.

15. Zweite Verabschiedung:

16. Beim Büro unseres Agenten diskutieren wir über die Sinnhaftigkeit, dass der Zoll unser komplettes Fahrzeug ausräumt und durchsucht. Aber ohne Erfolg, er wird genau dies machen und das auch noch in unserer Abwesenheit, wir dürfen nicht mit. Mit wenig Begeisterung gebe ich unseren Defender ab, bin gespannt, was nachher alles fehlt. Mexiko ist anders, erklärt er mir und die Verschiffung nach Kolumbien ein spezieller Fall.

Autoabgabe also unbefriedigend – aber erfolgreich!

17. Am nächsten Morgen erfahren wir, dass der Zoll bis 19:00 Uhr das Auto kontrolliert hat, danach kam es in den Container. Puh, wir haben richtig gemessen – die Höhe hat gepasst!

Verladung Auto: Check!