Wilde Straße nach Medellín

Zwischen San Bernardo del Viento und Medellin gehts wild zu! Die Strecke bleibt in Erinnerung, auch wenns nur drei Tage waren, die waren sehr schön und spannend irgendwie. Erstmal einige Eindrücke…

Diese Fontänen irritieren bissl… bis wir checken, dass das die Waschstraße für LKWs ist. Drei oder mehr Leute schrubben an den LKWs rum, wenn einer da steht.

Es macht uns wieder Spaß durch die Gegend zu fahren. Da hier aber so viele Lastwägen unterwegs sind, kann man nicht schnell mal stehen bleiben, wenn es was interessantes links und rechts gibt.

Unser Reisetempo allgemein etwas verringern ist der Plan für die zweite Halbzeit. Außerdem nicht mehr wie durch Mexiko durch ein Land hetzen, sondern genießen. Das schnelle Durchqueren und die Verschiffung hat uns Zeit geschenkt für Südamerika, jetzt soll es wieder entspannter werden.

Diesen Plan setzen wir am ersten Tag unterwegs sofort um, da wir gleich mal bei unserer Mittagsraststätte über Nacht bleiben.

Es passt ein Nachtwächter auf uns und auf das Restaurant auf und die Polizei kommt zum nächtlichen Ratsch mit ihm auch noch vorbei.

Es wird grüner, kurviger und steiler. Wir müssen ja schließlich von Meereshöhe auf ungefähr 2600 rauf! Eine superschöne Strecke, auch wenn die Roller und Lastwägen überholen wann sie wollen und egal, ob man was sieht oder grad ’ne Kurve kommt. Martin passt sich gerade soweit mit der Fahrweise an, dass Martina keine Krise bekommt. Nur manchmal kurz Luft anhalten… und aus dem Auto fotografieren und beruhigen!

Auch die zweite Übernachtung finden wir recht zeitig um noch bissl Zeit zu haben. Gerade noch rechtzeitig kurz vor Sonnenuntergang ist nämlich immer zu knapp, da wirds immer stressig. Daher der Plan immer schon vor 14 Uhr nach Schlafplatz suchen… so kommen wir zwar nicht bis Ushuaia, aber haben mehr Zeit für alle sonstigen ToDo’s. Es is ja wirklich immer irgendwas! Wenn die Sonne nicht wie in Island bis Mitternacht scheint, reist man im entspannten Modus täglich nicht sehr weit.

Der zweite Schlafplatz läuft wieder nach dem Motto: im Restaurant essen, dafür (fast) kostenlos im Auto daneben schlafen. Diesmal zwar super laut an der Straße neben einer Werkstatt, aber das allein ist eine Show für sich.

Neue Tiere und Pflanzen gibts natürlich hier auch. Die Veränderung vom Klima ist voll spannend und viele Bäume haben ab einer gewissen Höhe Mitbewohner. Da wächst am Baum noch eine Art Orchidee oder ähnliches. Die ganzen Tier- und Pflanzenbücher, die ich gerne kaufen würde, sind wirklich zu dick, ich belasse es beim Foto.

Ein Mini-Abstecher von der Hauptstraße weg bringt uns in einen kleinen, urigen Ort am Berg. Da steht der Defender am Hauptplatz und wir trinken daneben einen Kaffee zwischen den Männern, die fesch mit Hemd, Hut und Machete am Gürtel ratschen. Interessante Stimmung und guter Kaffee für 2400 Pesos. Manche schauen, manche grinsen oder winken.

Die Abkürzung hinten rum raus aus dem Ort endet unangekündigt aber ziemlich eindeutig. Das probieren wir erst gar nicht hier weiterzukommen. Also wieder zurück.

Ein Fundstück aus dem Jahre 1974 neben der Straße: Land Rover Santana. Der Besitzer erzählt, dass er die beiden äußeren Lichter selbst reingeschnitten hat und das Auto erst seit 5 Jahren nicht mehr fährt. 1974… ein guter Jahrgang! 😉

Und im letzten Stück der Straße sehen wir diese langen großen Nester hängen, die man aus Naturfilmen kennt.

Puh! Wow! Kolumbien ist für uns wirklich überraschend und es gibt so viel Exotisches zu sehen, macht voll Spaß! Außerdem haben wir auf der Strecke in drei Tagen einige Vegetationszonen durchquert, mega spannend!

Jetzt den Berg noch runter und nach einem Stop mit Aussicht auf nach Medellin in die Stadt. Aber von der Landschaft und der Natur Kolumbiens haben wir noch nicht genug… ich würd eher sagen Blut geleckt!