Amazonas – Part 3

4 Uhr morgens aufstehen – ist nicht wirklich meine Zeit (Anmerkung Martin: mit mir steht sie nie so bald auf…), aber für den Sonnenaufgang hat es sich gelohnt. Im Hintergrund hört man schon früh im Wald große Affen brüllen und die Vögel erwachen als nächstes.

Nach einem leckeren Frühstück sind nur noch Diego und Raquel hier und jetzt kommt eine ganz langsame, ruhige Bootsfahrt. Mit Guide diesmal wirklich entspannt, denn er steuert meist das Boot mit dem Holzruder ganz allein mit einer eleganten Handbewegung.

Riesige hängende Ameisenbauten, die aus Zellstoff – quasi wie Papier – gemacht sind, bauchige Termitenbauten und Lianen, die manchmal fast größer als die umschlungenen Bäume werden:

Unser Guide steuert einen hohlen Baum an und er klopft mit dem Ruder an den Stamm. Warum? – Ein absolutes Highlight, wir haben Glück, es ist jemand zu Hause! Wir wecken drei Affen im hohlen Baumstamm auf. Die nachtaktiven Tiere guggen uns an, genauso wie wir sie. Ich halte die Luft an, ein total schöner Moment. Nach ein paar Fotos und gegenseitigem Beobachten lassen wir sie auch schon wieder schlafen gehen.

Kämpfen uns durch eine Wasserlandschaft mit dichtem Bewuchs, der das Weiterkommen ganz schön schwierig macht. Ich denke wieder mal an Humboldt. Die Pflanzen wachsen in der Regenzeit schwimmend auf dem Wasser, in der Trockenzeit vergraben sich die Wurzeln im Boden. Hier braucht Fauna und Flora zwei Strategien, wie bei uns für Sommer und Winter.

Da wir so langsam und leise unterwegs sind, finden wir viele kleine Wesen, die man sonst übersieht. Für mich der schönste Ausflug.

Eine Tarantel versteckt sich im Schilf. Ein Biss wäre sehr schnell schmerzlich, aber für Menschen nicht tödlich. Ich frage bei jedem Getier ob es gefährlich (peligroso) ist, weil ich ja immer gern nah rangehe oder die Tiere anfassen möchte. Martin möchte mich auch glaub heil zurück. 😉 Der gelbe Frosch verträgt keine Sonne, da müssen wir mehr auf ihn als auf uns aufpassen.

Es war ein wunderbarer Trip zum Abschied! Gern würd ich die gleiche Tour zur Trockenzeit nochmal machen, da könnte man dann auch wandern. Für Wanderungen muss man jetzt noch weiter fahren und länger bleiben, wie die anderen Gäste teilweise. Da bin ich bissl neidisch.

Die großen und kleinen Tiere und besonders die Affen im Baum werd ich nie vergessen, es war ein ganz besonderes Erlebnis in diesem sehr besonderen Lebensraum.

Abschied von Zacambu:

Beim Zurückfahren entdecken wir echt noch einen Tukan, diesmal den blauen, also ein Kreuzchen im Vogel-Buch mehr! Die sind toll, die werden mir genauso wie die Papageien fehlen.

Zum Spaß sag ich „ein Perezioso wär jetzt noch super!“…. und Minuten danach entdeckt Diego eines im Baum! Wo??? Es ist schwer zu finden, brauch lange, sogar mit Fernglas… nur das gepunktete Fell verrät es auf den Fotos. (Vielleicht entdeckt ihr es!) Mit dem Fernglas sehen wir dann aber den Kopf, wie es sich langsam bewegt und dass es runterschaut zu uns. Ich hab ein Faultier in freier Wildbahn gesehen!!!

Abends zum Sonnenuntergang im Parque Santander in Leticia geht es nochmal magisch zu: tausende kleine Loros kommen innerhalb von einer halben Stunde aus allen Himmelsrichtungen und setzen sich mit ohrenbetäubenden Lärm in die Bäume! Was dann wie Blätter aussieht, sind meist Vögel und man versteht das eigene Wort fast nicht mehr.

Byebye Amazonas – Ich komm vielleicht irgendwann wieder!