Nevado del Ruiz

Hoch und kalt!

Beim ersten Ausflug hierher waren wir schon begeistert von der völlig anderen Landschaft rund um den Vulkan. Mit Nebel wird die Fahrt sogar noch mystischer und wir genießen es hier rumzugurken und die Umgebung zu erkunden.

Schlafen hier irgendwo,… das müsste schon gehen. Kommen wir hier rauf? Der Boden ist bei Weitem nicht so empfindlich wie in Island, viel felsiger, wir könnten hier oben stehen ohne viel Vegetation zu zerstören… aber raufkommen ist nicht so einfach. Obwohl unsere Anhängekupplung nach oben versetzt ist, gräbt sie sich ein. Anderer Schlafplatz muss her.

Hier?

Ein wenig sehr gruselig und es riecht stark nach Schwefel. Die Wände sehen instabil aus,… hier auch nicht schlafen.

Die blauen Spritzspuren am Reifen haben wir uns vermutlich da geholt. Meine Chemiekollegen könnten es mir sicher erklären.

Auf 4020 Höhenmeter: Schlafplatz gefunden und zugleich perfektes Standheizungstestgelände. Messgerät raus, denn höher als jetzt kommen wir weder in Kolumbien noch in Norwegen! Es ist kalt. Wir kramen im Auto wieder die warmen Klamotten hervor!

Martina gehts mit der Höhe nicht ganz so gut wie Martin. Hätte uns auch gewundert, wenn wir auf Höhe nicht unterschiedlich reagieren würden. Siehe Morgenmensch/Nachteule – unterschiedliche Temperaturempfindlichkeiten – unterschiedliches Sicherheitsempfinden – Liebe/Abneigung gegenüber Klimaanlagen usw.

In der Nacht haben wir einen wahnsinns Sternenhimmel und man hört ein merkwürdiges Geräusch, wie leises Fauchen, ich denke, es ist vielleicht die heiße Luft aus dem Vulkan. Ein ungewöhnliches Wolkendreieck ist im Dunkeln auch erkennbar. Möchte gern Fotos machen, aber mein Kreislauf spielt nicht mit, lieber wieder hinlegen.

Am Morgen, als es kurz aufklart, sehen wir, dass die hellere Wolke keine Einbildung war! Wow!

Es ist ja auch ein aktiver Vulkan. Wann er das letzte Mal ausgebrochen ist: Ende Juni 2012 spuckte er eine 8 Kilometer hohe Aschenwolke in den Himmel, 2000 Menschen wurden evakuiert. A bissl mulmig is einem da schon. Island, Yellowstone und Nevado del Ruiz… da spürt man überall, dass die Erde eine kleine heiße Kugel ist! Und in Kolumbien ist es nicht nur innen drin heiß. Um sich hier abzukühlen muss man schon hoch raus. Weiter oben liegt hier auch ganzjährig Schnee, aber wir bleiben außerhalb des Nationalparks, den Schnee sehen wir daher nicht. Der Zutritt in den Park ist nicht ganz billig und reinfahren darf man sowieso nur mit Guide. Was natürlich vollkommen ok ist, ist ja auch kein ungefährliches Gebiet da oben.

Uns reicht die Landschaft drum herum durchaus: