Zickzack

Wenn wir unsere Route aufzeichnen würden, sähe das nach Zickzack quer durchs Land aus! Erst nach Westen, dann quer über die Berge, dann doch nochmal zurück und hier noch eine Straße hoch, wie sieht es eigentlich da oben aus? Sehr schön! Genau das was ich wollte! Auf keinen Fall rauf zum Nordcap und wieder runter. Wir haben so endlich wieder Zeit für Entdeckungen. Hier ein altes Haus (Elveseter), das einem Kunstmuseum gleicht und in dem man sich wie ein König fühlt.

Da ein rauschender blauer Fluss, dem man lange zuschauen kann, wie er seine Wassermassen irgendwie mit Gewalt durch die engere Stelle bekommt.

Eigentlich dachte ich von Peru nehm ich mir sicher eine Alpakamütze mit… gut, dass es die auch in Norwegen gibt. Jeder kleine Supermarkt und jeder Campingplatz verkauft hier Wolle und Gestricktes. Bei so dunklen langen Wintern kein Wunder, denke ich.

Ålesund, die Jugenstilstadt. Interessant, weil sie um 1904 abgebrannt ist und unter anderem mit Hilfe von einigen deutschen Baumeistern wieder aufgebaut wurde… nur hald so, wie man damals gerade baute: im Jugendstil. Im Vergleich zu anderen Städten deshalb einzigartig. Ab und zu lugt das viel zu große Kreuzfahrtschiff durch die Häuser und Martin lugt dafür im Hafen in die Segelboote. Posten sollten wir auch mal wieder, nach wie vor bevorzugt mit Wlan.

Unsere Strategie in Ålesund: kostenlos schlafen auf unromantischen Parkplätzen und „Nicht-Orten“ rund um die Stadt. Dafür elegant posten und Kaffee trinken im Designhotel. Kontrast pur – so lieben wir das.

Die berühmte Atlantikstraße kann man fahren, muss man aber nicht. Wir finden nach der ersten Brücke Schlafplatz, ändern dann Richtung (wie gesagt zick-zack) und drehen um.

Die Trollkyrkja (Trollkirche)

500 Höhenmeter bergauf und dann in ein dunkles schwarzes Loch. Das klingt machbar und spannend. Das mache ich!

Unbedingt Stirnlampe mitnehmen, die Höhle selbst erkunden zu können ist schön und unheimlich. Zwei Höhlen sind leicht zu finden.

Die dritte muss man suchen und ist noch viel enger und unheimlicher. Millionen Wassertropfen glitzern in meinem Stirnlampenlicht an der Marmordecke. Da würd ich gern weiterrobben, aber eine zu große Stufe kommt sehr bald. Allein ist es mir zu gefährlich und glitschig hier runterzugehen. Wenn ich nicht mehr hochkomme… richtig blöd… Martin ist nämlich nicht dabei. Also bleibt es mein Geheimnis, ich bin weit und breit die einzige, die die dritte Höhle gesucht und gefunden hat. Und das Bild der Millionen Tropfen nehm ich im Kopf mit.

Was sich Martin zur gleichen Zeit denkt?

„Ich fühle mich wie im Wohnmobilhimmel“‚ sage ich zu dem Verkäufer – ein Traum! Endlich eine Möglichkeit sich einmal in die Mobile hineinzulümmeln 😉

Nachdem ich nicht sicher bin, wie die Wohnungslage in Salzburg aussieht, schaue ich mich nach möglichen Alternativen um. Der Karmann Dexter, ein Allrad-Bus klingt spannend und ich habe endlich die Möglichkeit mir einen live anzusehen. Nicht schlecht, aber auch ein wenig nüchtern, da fehlt fast ein bisschen Herz und Seele, vor allem Liegestütz kann ich wie im Defender wieder keine darin machen. Die Offroad-Tauglichkeit sollte aber auf jeden Fall erhalten bleiben. Die Husky Kabinen von Bimobil wären somit auch eine Möglichkeit, die setzt man auf einen Pick-Up hinten auf. Also: es bleibt spannend!

Nebenbei haben wir nun endlich einen kleinen Tisch! Die Martina hat es mittlerweile richtig satt im Stehen zu essen oder nicht mal eine Tasse abstellen zu können, wenn wir gemütlich sitzen. Ein kleiner Tisch, der sehr schnell aufgebaut werden kann… ohne Umstände. Somit erspart Martin sich um das Thema weitere Diskussionen, die er sich seit Ende Mexiko anhören musste.

Highlight im wahrsten Sinne: Bergcamping

Hoch und kalt, aber wunderschön. Wie auf dem Mond, wie in Island, wie cool!

So abwechslungsreich kann Zickzack sein…