Blaues Eis, Campen im Grünen und bunte Vögel

Jetzt sind wir wieder mit dem Auto unterwegs und erkunden Norwegen. Was das heißt? Nicht nur Fjorde sondern auch Gletscher. Wir stellen fest: in den Bergen gefällt es uns.

Berge… das ist in Österreich für Martin alles über der Baumgrenze. Aber hier ist die Baumgrenze viel niedriger, sodass wir auf 800 Höhenmetern Gebirgsfeeling verspüren. Die Gletscherzunge Nigardsbreen liegt sogar nur auf 300 Meter. Da spazieren wir vom Visitorcenter aus hin. Definitiv schöner als bis zum Parkplatz zu fahren.

Alles glatt geschliffen vom Gletscher. Aber ab und zu liegen riesige kantige Brocken rum, wo man sich fragt: „Wo kommst denn du her?“

Wir bleiben hinter der Absperrung und sind beide entsetzt, wie nah die meisten zum Gletscher gehen um ein spektakuläres Selfie zu ergattern. Obwohl das Gletschertor wirklich wunderschön ist, ist es doch gefährlich, es kann immer ein Stück wegbrechen. Selbst Stückchen wären dann vermutlich Tonnenschwer… aber gut… es sind erwachsene Menschen.

Martin fotografiert mit respektvollem Abstand und einer Iphone-Fernglaskombi:

Und ich wundere mich, wie unterhalb des Gletschers das erste Grün mit Moos und Birken quasi wie aus dem Nichts auf dem blanken Stein beginnt.

Die Birken leuchten im ganzen Tal für drei Minuten in der Sonne. Dann verschwindet sie hinter dem Berg. Aber dunkel wird es noch lange nicht.

Einen wunderschönen Platz gefunden. Und endlich wieder entspanntes Campingleben.

So sehen Skihütten neben der Loipe in Norwegen aus. Ein paar junge Leistungssportler machen Pause, sonst ist nix los.

Eisige Fotomotive:

In der Stabkirche in Lom findet man Drachenmotive innen und außen. Martina ist ganz begeistert.

Je nachdem von welcher (Wetter)Seite man sie fotografiert, hat sie helles, mittleres oder dunkles Holz. Die schwarze Teerschicht verwittert unterschiedlich schnell.

Innen fühlt es sich in der Holzkirche sehr heimelig und gemütlich an. Ganz, ganz anders als in unseren hallenden Steinkirchen. Nur knapp 30 der ursprünglichen 600 Stabkirchen haben „überlebt“. Die von Lom ist alt und groß, aber weder die größte noch älteste. Wie bei den Wasserfällen meist ein entspannteres Ziel.

Wir fahren ohne konkrete Route dahin, wo es uns gefällt. Manchmal natürlich mit einer der vielen Fähren, auf denen es übrigens meist Kaffee gibt.

Eleganter ist es aber im Café in der Sonne, wo wir uns nach und nach dann aus Daunenjacke und Wollpulli schälen. Im Windschatten in der Sonne ist es hier warm, im Wind und am Berg kalt, aber das Wetter ist genau nach Martins Geschmack. Wir holen im Auto wieder die warmen Sachen nach vorne und verpacken Bikini und kurze Hose nach hinten unten. Unser Outfit erinnert an Island und der Islandpulli darf auch wieder raus.

Meist finden wir schnell einen guten Stellplatz… oft am Wasser. Hier muss man nur ab und zu auf die Landkarte schaun, um zu verstehen, ob es eigentlich ein See oder Fjord ist! Die Fjorde sind so lang… sodass das Wasser am Ende auch nicht immer salzig schmeckt. Wir habens getestet.

Diesen letzten Stellplatz haben wir uns ausnahmsweise mit einigen anderen Campern geteilt. Hier gibts nämlich was zu sehen, was Martina unbedingt nochmal sehen wollte: Papageitaucher! Auf der Insel Runde wohnen zirka 100000 davon. Wie wir mittlerweile wissen, fischen sie bei Sonne tagsüber auf dem Meer, auf Island hatten wir Glück, dass es regnete. Hier kommen sie zwischen 19 und 20 Uhr zurück vom Fischen. Also wandern wir erst dann den Berg hoch.

Da oben fliegen Tausende ihre Kreise, mit dem Fernglas kann man sie auf dem Meer sitzen sehen und überall in der Wiese landen sie. Die Aussicht und das Licht ist perfekt, allein ihnen zuzuschauen ist ein schönes Erlebnis. Ein Seeadler kreist sogar ein paar Runden mit.

Und ab und zu kommen sie sogar so nahe, dass man Fotos machen kann!

Um 20:30 Uhr sind nur noch vereinzelt welche zu sehen und dann ist alles ruhig. Wie weggezaubert! Alle verkrochen in ihren Höhlen.

Gute Nacht!