2019 Odyssee im Weltraum

Abenteuer Nummer Zwei in Rincón del Mar:

(Screenshot Google)

Ein kleines Boot holt uns kurz vor Sonnenuntergang direkt bei der Lodge ab, wir steigen ein und schon wieder sind wir die einzigen Gäste. juhuuuu… Privat-Tour!

Mit ein bisschen zu viel Vollgas – das kleine Boot setzt so hart auf den Wellen auf, dass man jeden Schlag im Nacken spürt – geht es raus aufs offene Meer. Erstes Ziel eine kleine Vogel Insel, die als Schlafplatz für sie dient.

Manuel, unser Guide, wirft den selbstgemachte Anker raus und erklärt uns ein wenig wie die verschiedenen Vögel heißen.

Nach und nach kommen die verschiedensten Vögel her, streiten ein bisschen um die besten Schlafplätze, starten noch einmal durch und lassen sich zufrieden auf einem Ast nieder.

Eine Schar weißer …. mit langem gebogenen Schnabel ziehen ganz knapp übers Wasser bevor sie wie alle anderen den ersten Baum ansteuern, der ist natürlich total überbelegt.

In der Luft streitende Fregatt-Vögel sehen aus wie fliegende Kampfjets, die Manöver sind irre und mehr als einmal attackiert der eine den anderen mitten im Flug knapp über dem Wasser.

Langsam wird es ruhiger und Manuel lichtet den Anker, startet den altersschwachen Motor und steuert das kleine Fischerboot weiter aufs Meer raus.

Nach ein paar Minuten bitten wir ihn ein bisschen langsamer zu fahren, denn unsere Wirbelsäulen brauchen wir noch länger. 😉

Jetzt kann man endlich auch während der Fahrt in die Landschaft gucken und ist nicht nur mit Festhalten beschäftigt.

Ziel ist ein kleiner Kanal der vom Meer weg in eine Lagune führt. Zielsicher findet Manuel den Eingang, den man vom Meer aus überhaupt nicht ausmachen kann.

(Screenshot Google)

Ab jetzt geht es mit dem Ruder weiter, leider gibt es nur eines, daher ist es für uns sehr entspannt. Aber ein bisschen blöd kommen wir uns schon vor, ein Schwarzer rudert und die Weißen sitzen gemütlich hinten. Hmmmmm… auf Nachfragen ob er noch ein Ruder versteckt hat, lacht Manuel nur und rudert flott weiter. Mit „lo siento“ entschuldigen wir uns, dass wir ihm nicht helfen können.

Nach ein paar Minuten durch den Kanal finden wir uns in einer Lagune umgeben von Mangroven wieder, überall knackt und platscht es, wieder Mal eine andere Welt, aber es soll noch viel mehr anders werden.

Manuel setzt wieder den Anker, legt sich gemütlich vorne hin und meint jetzt warten wir. Ok, darin sind wir mittlerweile schon recht gut, tranquilo y mañana. Alle 10 Minuten streift er mit der Hand durchs Wasser und legt sich wieder hin. Wir sind schon voll gespannt, tun es ihm gleich, sehen aber nix.

Auf einmal meint er: „Jetzt!“ 🙂 … wir springen auf und sehen ins Wasser und wirklich, wir entdecken die ersten leuchtenden Punkte im Wasser leuchten.

Er gibt uns Taucherbrillen und meint wir sollen schwimmen gehen. Auf typisch europäische Art fragen wir vorher nach, ob es eh sicher sei hier zu schwimmen, er meint nur aber sicherlich und lacht. Naja, wir vertrauen ihm mal. Später am Abend erfahren wir vom Hotelbesitzer, es gäbe zwar ein paar Kaimane, aber die sind generell nicht am Menschen interessiert. Gottseidank wissen wir das in dem Moment noch nicht und gehen getrost ins Wasser.

Da ist sie, die andere Welt… wir schwimmen im Universum, wow! Mit der Taucherbrille sieht man erst das ganze Schauspiel, bei jeder Armbewegung zieht man einen Schweif an Sternen (Plankton) nach, das ist reine Magie.

Man kann nicht aufhören sich zu bewegen und vergisst völlig wo man ist, wer man ist und warum man auf dieser Welt ist… klingt ja fast wie eine Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry oder eine wissenschaftliche Abhandlung von Stephan Hawking.

Anmerkung: auch Martina war so fasziniert, dass sie sogar das Fotografieren oder Filmen vergessen hat. Und dafür hätten wir viel Zeit gebraucht. Schwimmen im Sternenmeer war viel wichtiger.

Total happy steigen wir zurück ins Boot und Manuel rudert uns wieder zum Meer zurück.

Es ist jetzt stockdunkel und unser Fahrer steuert das Boot mit Vollgas über das offene Meer. Ohne Licht, ohne Positionslichter, nur eine kleine Taschenlampe, die sich um wasserdicht zu sein, in einen Plastikbeutel befindet, naja Kolumbien.

Zuhause lese ich noch interessiert nach warum das Plankton leuchtet, wer auch neugierig ist, hier der Link zu einer möglichen Erklärung:

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Dos Aguas war viel Sein, eine Prise Abenteuer der besonderen Art und unser persönlicher Abschied von Kolumbien.

Noch ein paar letzte Eindrücke bevor wir leider aufbrechen müssen:

(Screenshot IPhone Wetterapp)

Wir wünschen Dania und Daniele viele Gäste, die das Besondere an ihrem Konzept schätzen und dem Ort selbst wenig genug Gäste, damit zwar der Müll rundum verschwindet, aber die Wohnhäuser in der ersten Reihe nicht für Hochhäuser. Geheimtipps sind nur so lange Geheimtipps, bis sie von Instagramern für ein Foto totgetrampelt werden. Ein Vorteil von Rincón ist vielleicht, dass es hier wenig Spektakuläres gibt: nur das Meer, die Vögel und den Wind.

Mitten in der Nacht geh ich schwimmen. Letzte Nacht, letzte Gelegenheit. Zusammen mit entferntem Donner und Blitzen, die die komplette Meeresoberfläche erhellen, ein wahnsinnig schönes Erlebnis. Ist es kalt? Nein, dass ein Meer überhaupt so warm sein kann… wahnsinn!

Aber jetzt muss die Nachteule aber ins Bett, morgen früh fahren wir nämlich mit Daniele nach Cartagena. Auf die Frage wie viele Autos es in dem kleinen Rincon del Mar eigentlich gibt, fragt er zurück „Ihr meint funktionierende?“. Geschätzt ungefähr drei oder vier und er spielt im Notfall auch mal Rettungswagen, denn das nächste Krankenhaus ist 40 Minuten entfernt. Trotz Regen in der Nacht ist die Straße super befahrbar, erwartet hat Daniele einen Sumpf.

In Danieles Auto entdecke ich noch ein letztes Naturwunder: Samen gibts hier wirklich die unglaublichsten!

Und die Tatsache, dass sowas im Auto von D&D rumliegt, amüsiert mich natürlich. Wir haben viele Gemeinsamkeiten… und ein paar gemeinsame Leidenschaften… ich denke daraus folgt, dass sich Dania und Martina vor dem Pantheon in Rom wieder treffen und Martin mit Daniele währenddessen in Südtirol einen Gin Tonic trinken geht! We hope so!